Montag, 1. September 2014

Müll, überall Müll!

Ich gebe zu, als Deutscher ist man etwas anspruchsvoll, wenn es um Mülltrennung und -entsorgung geht. Das deutsche Abfallwiederverwertungssystem ist recht hoch entwickelt, um es mal so auszudrücken. Für alles gibt es eine, natürlich farblich kodierte, Tonne. Papier, Plaste/Verpackung, Weißglas, Braunglas, Grünglas, Biomüll und Restmüll. Außerdem gibt es noch Sammelstellen für Batterien und Energiesparlampen.

In den USA ist alles viel simpler. Wiederverwertet wird auch, allerdings nur Papier, Glas und Aluminium, alles andere kommt in den Restmüll. Das erste mal, als ich eine Batterie in den Restmüll werfen musste, hat mich erstaunlich viel Überwindungskraft gekostet. Das fühlte sich einfach falsch an.

Mein Apartmentkomplex (Savannah Midtown) hat mindestens 400 Wohneinheiten, das Müllaufkommen ist dementsprechend hoch. Alle Bewohner schmeißen ihren Müll in den gleichen Müllschacht, es gibt nämlich nur einen! Die Müllabfuhr kommt am Montag, doch spätestens am Freitag ist der Müllschacht verstopft. Folglich sammeln sich zahlreiche Müllsäcke eben jenen an. Widerlich! Neben dem zentralen Container für Restmüll gibt es noch ganze sechs Recyclingtonnen, die im Parkhaus aufgestellt sind. Das gleiche Problem auch hier: das Müllaufkommen übersteigt die Kapazität bei Weitem. Bereits nach drei oder vier Tagen sind die Tonnen voll. Einen Tag vor der Müllabfuhr gleicht der Platz einer Mülldeponie.

Abfall vor dem Müllschacht
Abfall vor dem Müllschacht.
Abfall vor dem Recyclingtonnen
Abfall vor den Recyclingtonnen.
Das Müllproblem ist also eindeutig zu sehen. Dennoch werden weder die Anzahl oder Größe der Abfalltonnen erhöht, noch kommt die Müllabfuhr mehr als einmal pro Woche vorbei. Die Gebühren für die Müllabfuhr betrugen bei Einzug im Mai 2013 $6,50 pro Monat und wurden im Juni 2014 um stolze 54 % auf $10,00 erhöht, wohl gemerkt ohne jegliche Verbessung der Situation!

Mittwoch, 20. August 2014

Chevelle rocken!!!

Manchmal sind E-Mail-Verteilernachrichten (Newsletter) ganz nützlich, denn ohne die regelmäßigen E-Mails von Ticketmaster.com wäre ich nie auf Chevelle gestoßen, dabei kenne ich deren Lieder doch vom Internetradio meines Vertrauens, nur eben nicht die Musikgruppe dahinter. Nicht einmal der Bandname war mir bekannt. Als ich dann E-Mail von Ticketmaster.com las, fielen mir die drei Herren von Chevelle auf. "Die machen bestimmt gute Musik" dachte ich mir. Also schnell auf Spotify reingehört und siehe da, "die kenn' ich doch". Ticket gekauft und ab zum Konzert.

Chevelle (Copyright: Epic Records [CC-BY-SA-3.0 or GFDL], via Wikimedia Commons)
Veranstaltungsort des Konzerts war The Tabernacle, einen wirklich schönen Veranstaltungsort. Über ein Jahrhundert alt, fungierte es von 1911 - 1991 als Kirche. Aufgrund sinkender Kirchgängerzahlen musste das Gebäude jedoch 1994 verkauft werden. Seit 1996 wird es als Konzerthalle genutzt.

Blick von der ersten Loge auf die Bühne.
Blick von der ersten Loge auf die Bühne.
Erste und zweite Loge.
Erste und zweite Loge.
Zu Beginn heizten Dayshell und Kyng die Menge an. Die Musik beider Gruppen war von der etwas härteren Gangart, was der Stimmung jedoch keinen Abbruch tat. Insbesondere der Frontmann von Kyng war als Scherzkeks aufgelegt. Anschließend betraten Chevelle die Bühne und rockten los, und wie! Der Auftritt war der Hammer, besonders hervorheben möchte ich die Lichtshow, simpel aber dennoch effekt- und stimmungsvoll.

Dayshell
Dayshell.
Kyng
Kyng.
Chevelle
Chevelle.

Dienstag, 12. August 2014

Weezer läutet die Konzertsaison ein

So etwas wie eine Konzertsaison gibt es ja eigentlich nicht. Gerockt wird ja das gesamte Jahr über. Schaue ich jedoch in meinen Kalender von 2014, waren da zwar ein paar Musikveranstaltungen (Candler Park Music & Food Festival, IMR Indie Music Festival, Tunes from the Tombs), aber kein großes Solo-Konzert. Hinzu kommt, dass Music Midtown dieses Jahr flach fällt, da es zeitlich mit meinem Urlaub kollidiert. Dann bleibt mir wohl nichts anderes übrig, als mein eigenes Musikfestival zusammenzustellen... ist ja sowieso besser.

Bisher bestätigt sind:
12.08.14 Weezer
20.08.14 Chevelle
03.10.14 Rise Against
28.10.14 Yellowcard

Nun aber zum Konzertbericht

Weezer hatte ich bereits letztes Jahr bei Music Midtown 2013 gesehen. Damals war ich etwas enttäuscht. Für den schlechten Klang konnte Weezer nichts, doch dass sie verspätet anfingen und nach weniger als einer Stunde wieder von der Bühne verschwanden war eine Enttäuschung. Es konnte also nur besser werden und so machte ich mich frohen Mutes auf zum Turner Field, denn die Atlanta Braves hatten Weezer für ein Gratis-Konzert eingeladen. Alles was man tun musste, war sich ein Ticket für das Baseballspiel zu holen. Anschließend konnte man dem Weezer-Konzert von der Tribüne aus zuhören. Aber natürlich war das nicht alles. Für die richtigen Weezer-Fans gab es ein Spezial-Paket: Baseball-Ticket, ein Weezer T-Shirt und einen Field-Pass für $40. Dieser sogenannte Feldpass erlaubte es, dass Baseball-Feld zu betreten und ganz nah an die Bühne zu gehen. Natürlich habe ich dieses Paket gekauft.

Nach einem erwartungsgemäß ereignisarmen Baseballspiel wurde die Bühne auf der zweiten Base aufgebaut. Ursprünglich dachte ich, dass die Bühne Richtung Wiese zeigen wird (wie bei einem richtigen Konzert halt). Dem war jedoch nicht so. Sicherheitskräfte stellten fest, dass keiner die Wiese betritt. Da der Rasen zwischen den Basen ebenfalls durch einen Zaun abgesperrt wurde, war lediglich der Sandstreifen, der die Basen verbindet betretbar. Folglich war vor der Bühne nur ein circa zwei Meter breiter Streifen für Fans verfügbar, alle weiteren Feldpass-Inhaber mussten links und rechts von der Bühne stehen. Was für ein Witz!

Wenig Platz für Fans vor der Bühne!

Weezer live

Als wäre das alles nicht genug, fing das Konzert an, bevor alle Feldpass-Inhaber auf dem Feld waren. Das heißt, diejenigen, die für das Konzert tatsächlich Geld ausgegeben hatten, verpassten im schlimmsten Fall 15 Minuten des Konzerts. Bei einer Konzertlänge von 60 Minuten ist das beträchtlich!

Weezer lassen mich erneut im Stich!

Sonntag, 6. Juli 2014

Paintball

Heute habe ich mit Freunden bei Paintball Atlanta in Cumming, GA Paintball gespielt. Insgesamt waren 30 - 40 Leute vor Ort, alle haben gleichzeitig auf einem Spiel- bzw. Schlachtfeld gespielt, aufgeteilt auf zwei Mannschaften. Circa zehn Spieler davon waren Profis, inklusive eigener Waffen und Schutzausrüstung. Die restlichen waren mehr oder weniger Anfänger. Das an sich wäre nicht so schlimm gewesen, hätten nicht sämtliche Profis in einer Mannschaft gespielt. Denn natürlich wollten die Profis zusammen spielen und an ihrer Taktik arbeiten bzw. sie anwenden. Trotz zahlenmäßiger Ausgeglichenheit führte das dazu, dass das Team mit den Profis immer gewonnen hat. Das sorgte nicht selten für Frustration, wenngleich es dennoch ein sehr lustiges Erlebnis war.

Gespielt wurde hauptsächlich Team-Deathmatch, d.h. Ziel ist es, alle Spieler des gegnerischen Teams abzuschießen. Zweimal wurde zudem Center Flag (eine Variante von Capture the Flag) gespielt. In diesem Modus befindet sich eine Flagge in der Mitte des Spielfelds, die Teams starten auf entgegengesetzten Seiten. Ziel ist es, die Flagge zu erobern und in die gegnerische Basis zu tragen. Letzteres Detail muss ich bei der Missionsbesprechung überhört haben. Da sich meine Mannschaft schnell zur Flagge vorgekämpft hatte, schnappte ich eben jene und trug sie in die Basis, allerdings nicht die gegnerische, sondern die eigene! Der Sieg gehörte somit dem gegnerischen Team. Spaß machte es trotzdem.

Das Schlachtfeld 1


Nach der Schlacht
Nach der Schlacht
Die Kampftruppe
Meine Kampftruppe.

Freitag, 27. Juni 2014

Arbeitsgruppenfahrt nach Tybee Island

Es ist mal wieder soweit... Klassenfahrt :) Ziel ist Tybee Island, eine wunderschöne Halbinsel im Osten Georgias. Neben mehrmaligen Baden im Atlantik stand ein Besuch von Savannah auf dem Programm sowie das Spiel Deutschland gegen USA der Fußballweltmeisterschaft.

Tybee Island

Achja, was soll ich noch sagen. Der Strand war schön, Savannah war schön und Deutschland hat gewonnen. Was will man mehr?
Strand in Tybee Island
Strand in Tybee Island.
Uferpromenade in Savannah
Uferpromenade in Savannah.

Auf der Rückfahrt wurde ich - in Form eines Hamburgers der Fastfoodkette Wendy's - jedoch gleich wieder daran erinnert, dass ich mich noch immer in den USA befinde. Es ist halt doch nur ein schmaler Grad zwischen Paradies und Wirklichkeit. Dave's Hot 'N Juicy 1/2 lb Double ist der perfekte Beweis dafür.
Dave's Hot 'N Juicy 1/2 lb Double. Links: Aufnahme aus einer Wendy's-Filiale, rechts: Abbildung in der Speisekarte von Wendy's, siehe hier (Copyright: Wendy's).

Sonntag, 8. Juni 2014

Deutschland für Amis

Dieses Wochenende habe ich einen Ausflug nach Helen, GA unternommen. Viele meiner amerikanischen Freunde haben mir davon erzählt und es empfohlen. Oktoberfest, deutsches Bier und Bratwurst? Da bin ich dabei! Von Atlanta sind es fast zwei Stunden Autofahrt bis in den "Blackforrest of Georgia". Der offiziellen Stadtgeschichte nach (siehe Wikipedia) soll es sich jedoch um eine bayerische Alpenstadt handeln.

Helen, GA

Helen, GA

Wie jede amerikanische Kleinstadt (420 Einwohner, Stand 2000), besteht auch Helen, GA nur aus einer Straße mit Häusern links und rechts davon, mit dem Unterschied, dass es sich hier um Fachwerkhäuser handelt. Zumindest wollen uns das die Stadtverantwortlichen so weiß machen. Schnell fällt nämlich auf, dass die Häuserwände nur angeklebt sind. Die eigentlich Enttäuschung ist jedoch, dass nichts in dieser Stadt authentisch wirkt. Weit und breit habe ich kein Geschäft mit importierten, deutschen Lebensmitteln ausfindig machen können. Noch nicht einmal einen deutschen Souvenirladen mit Kuckkucksuhren und Lederhosen habe ich gesehen. So verwundert es auch nicht, dass eine Fahrt in einem riesigen Gummischlauch auf dem Chattahoochee River die Hauptattraktion von Helen darstellt. Über das Essen will ich hier gar nicht erst reden, aber vielleicht hatte der Küchenchef von The Troll Tavern & Restaurant auch nur einen schlechten Tag. Man kann es nur hoffen... Ich werde jedenfalls nicht wieder kommen.

Fahrt auf dem Chattahoochee River

Dienstag, 27. Mai 2014

Boston

Letztes Wochenende war ich in Boston um eine Freundin zu besuchen. Was soll ich sagen? Boston ist wirklich schön, ganz anders als Atlanta, nicht so amerikanisch, vielmehr europäisch. Und - für amerikanische Verhältnisse - hat Boston eine reiche Geschichte.

Neben der obligatorischen Duck-Tour in einem Amphibienfahrzeug durch die Straßen und Gewässer Bostons, führte mich der Freedom Trail, ein selbstgeführter Stadtrundgang entlang einer roten Linie, zu den historischen Orten und Ereignissen, welche zur Unabhängigkeit der USA führten.

Aussicht vom Skywalk Observatory auf den Charles River.
Aussicht vom Skywalk Observatory auf den Charles River.

Duck Tour Amphibienfahrzeug
Duck-Tour Amphibienfahrzeug

Charles River
Charles River

Hinterhofgasse

Acorn Street im Stadtteil Beacon Hill
Acorn Street im Stadtteil Beacon Hill. Eine der letzten Straßen, die noch genauso aussehen wie zur Gründungszeit von Boston. Ich habe Bilder von dieser Straße (angeblich die meistfotografierte der USA) im Vorfeld gesehen, bin dann aber nur zufällig vorbeigelaufen.
Massachusetts State House
Massachusetts State House

Statue von George Washington im Boston Public Garden
Statue von George Washington im Boston Public Garden

Boston Public Garden
Boston Public Garden

Boston Common. Jede der Flaggen steht für einen gefallenen amerikanischen Soldaten. An dem Montag war außerdem auch Memorial Day (Gedenktag).

Trinity Church
Trinity Church

Cranary Burial Ground
Cranary Burial Ground. Die Opfer des Boston Massakers vom 5. März 1770 sowie diverse Berühmtheiten sind hier bestattet.

Christopher Columbus Waterfront Park
360°-Blick im Christopher Columbus Waterfront Park.

Old State House
Old State House

USS Constitution
USS Constitution. Das älteste seetüchtige Schiff der Welt.

Leinen los!
Leinen los!

Bunker Hill Monument
Bunker Hill Monument

Castle Island Park
360°-Blick im Castle Island Park

Nach einem Abstecher nach Harvard, hab ich vor der Küste Bostons Wale beobachtet.

Statue von John Harvard
Die goldene Schuhspitze von John Harvard muss man bei einem Besuch der Harvard Universität berühren.
 Harvard

Skyline von Boston
Skyline von Boston
Flosse eines Buckelwals
Flosse eines Buckelwals
noch zwei Buckelwale
noch zwei Buckelwale