Dienstag, 28. Januar 2014

Stillstand

Fünf Zentimeter Schnee haben ausgereicht, um das Leben in Atlanta stillzulegen. Die Schulen öffneten heute erst gar nicht, doch um 13.30 Uhr war auch am Georgia Institute of Technology offiziell Schicht im Schacht. Sämtliche Geschäfte schlossen zeitiger. Auf den Straßen sind kaum noch Autos unterwegs. Fehlt nur noch, dass der Notstand ausgerufen wird und das Militärrecht gilt. Auf sämtlichen Fernsehstationen wird zur Hauptsendezeit nur noch über das Wetter und seine Auswirkungen auf den Verkehr berichtet. Wer bereits zuhause ist, bleibt zuhause. Pech haben nur jene, welche sich zu spät auf den Heimweg machten. Sämtliche Highways in und um Atlanta sind verstopft. Bei durchschnittlich 7-10 Meilen pro Stunde werden aus den üblichen 30 Minuten schnell mehrere Stunden Fahrtzeit.

15 Grad mit zwischenzeitlichen Schneeschauern

Gestern schien die Sonne und das Thermometer zeigte +15 °C an, heute sind es -3 °C und es schneit. In drei Tagen sollen es laut Wettervorhersage jedoch wieder +15 °C sein. Der morgendliche Blick in den Wetterbericht ist unverzichtbar, ansonsten watet man eventuell kurzärmelig durch den Schnee oder schwitzt sich im Sonnenschein zu Tode.

Schnee am Georgia Institute of Technology
Schnee am Georgia Institute of Technology

Dienstag, 7. Januar 2014

Schnee in Atlanta, wirklich!

Es gibt ihn wirklich, Schnee in Atlanta. Ich persönlich dachte ja, die paar Flocken in der Luft waren Staub. Den Boden berührt haben die paar Schneeflocken natürlich nicht, jedenfalls nicht bei mir. In anderen Teilen Georgias blieben jedoch bis zu drei Zentimeter liegen.

Zurzeit wird Nordamerika von einer Kältewelle heimgesucht, die selbst die südlichsten Teile der USA, d.h. Atlanta, nicht verschont. Letzte Nacht waren es -14 °C. Seit 1996 war es nicht mehr so kalt in Atlanta. Der offizielle Kälterekord für Atlanta liegt bei -22 °C und wurde am 13.02.1899 aufgestellt. Für deutsche Verhältnisse ist das nichts besonderes, doch hier ist man auf solche Wetterextreme nicht vorbereitet und erwartet sie auch nicht. Zum Beispiel sind zahlreiche Schulen geschlossen, da es keine Schneepflüge gibt, welche die Straßen räumen. Andererseits funktionieren die Springbrunnen hier auch im Winter, mehr oder weniger.

Winterspringbrunnen
Winterspringbrunnen

Freitag, 3. Januar 2014

Back in the ATL... oder wie führe ich Lebensmittel richtig in die USA ein

Back in good ol' US of A. Und ich hab mir ein paar Andenken aus Deutschland mitgebracht. Natürlich rede ich nicht von Kuckucksuhren und Lederhosen, sondern von deutschen Lebensmitteln, allen voran deutscher Wurst. Da ich vor kurzem ein Packet aus Deutschland mit Lebensmitteln erhalten hatte und es keine Probleme beim Versand gab (abgesehen von der Lieferzeit), habe ich nicht groß nachgedacht, bin in den Supermarkt gerannt und habe mir 10 kg Fleich besorgt (soviel Platz hatte ich nämlich noch in meinem Koffer).

Anschließend habe ich mich dann doch einmal über die Einreisebestimmungen der USA informiert. Im Internet gibt es ziemlich widersprüchliche Meinungen dazu. Am Ende zählt jedoch nur die Meinung der amerikanischen Zoll- und Grenzschutzbehörde, d.h. U.S. Costums and Border Protection (CPD). Was generell erlaubt oder verboten ist, erfährt man hier. Detaillierte Informationen über die Einführung von Agrarprodukten gibt es hier. Die Angaben sind jedoch häufig wage. So sind Gewürze, Essige, Öle, Honig, Kaffee, Tee, Backwaren, Süßigkeiten und haltbar gemachter Käse generell erlaubt. Von Reis wird abgeraten, da er häufig Insekten enthält, strikt verboten ist die Einfuhr jedoch nicht. Aufgrund der Gefahr von u.a. BSE und Maul- und Klauenseuche ist der Import von frischem, getrocknetem oder eingemachtem Fleisch untersagt. Sofern es sich um Dosenfleisch handelt, gibt es je nach aktueller Gefahrenlage, d.h. je nach Tier, Ausnahmen. Im Zweifel muss man sich an die CPD wenden. Bei meiner Einreise waren Huhn, Fisch und Schwein (aber nur in der Dose) erlaubt, während Rind strikt untersagt war.

Im Vorfeld las ich nur von dem Verbot von Geflügel und Rind, weshalb ich einige der gekauften Wurstwaren vorsorglich zuhause ließ. Das gewonnene Gewicht füllte ich mit Haribo, Milchreis, Fenchel-Anis-Kümmel-Tee (hab ich in den USA noch nicht gesehen) und Backzutaten (macht sich praktischer beim Backen deutscher Rezepte) auf.

eingeführte Lebensmittel
Eingeführte Lebensmittel
Obwohl ich bis auf eine Dose (ich hatte überlesen, dass sie neben Schwein auch Rind enthält) alles mit in die USA nehmen durfte, würde ich von der Einfuhr großer Mengen (wie in meinem Fall) abraten, da die Behörden an der Grenze den Koffer durchwühlen und sich sämtliche Produkte angucken. Und das dauert.

Seltsam ist zudem auch, dass beim Versand via Post nichts konfisziert wurde, obwohl Rind und auch getrocknete Wurst enthalten waren. Das ist umso erstaunlicher, da sämtliche Produkte auf der Zollinhaltserklärung angegeben waren. Anscheinend wird doch nur stichprobenartig kontrolliert.